Brunnenrede

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Der Brunnen ist tief, und alles sinkt hinein. Was eben noch rauchte und brannte liegt still auf dem Grund, noch zieht etwa trübe Asche durch den Teich, sie sinkt, sie wird zu feinem, ungestörtem Schlamm. Dort unten, durch einen klaren Spiegel hindurch, sehe ich, was war, was nie mehr sein wird. Da liegen die verlorenen Dinge, da feiern die bedeutungslos gewordenen. Da tafeln sie und heben ihre Krüge, doch durch das Wasser dringt kein Laut zu mir herauf. Hier ist es still und kühl, nur oben im Baum flüstern die Blätter leise vor sich hin. Das ist die neue Zeit, das ist das neue Land, und den Weg in es hinein geht man allein.

Ich blicke noch einmal in den Teich. Stehe auf und gehe. Steine knirschen unter meinen Schuhen als wäre es der erste Schnee.

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